Hitzeschutz zuhause: Was wirklich hilft
Die teuersten Hitzeschäden sind die, die keine Versicherung übernimmt. Hier zählt Vorbeugung – sortiert nach dem, was pro Euro am meisten bringt.
Gebäude schützen
Rückstauklappe einbauen
Die wichtigste Einzelmaßnahme für alle mit Kelleranschluss. Sie verhindert, dass bei Starkregen Kanalwasser ins Haus drückt – und ist in vielen Elementartarifen Voraussetzung für die Leistung. Kosten: 300 bis 1.500 Euro inklusive Einbau. Jährlich prüfen.
Regenrinnen und Abläufe frei halten
Verstopfte Rinnen lassen Wasser bei Starkregen an der Fassade herunterlaufen. Kostet nichts außer zweimal im Jahr eine Leiter.
Außenliegender Sonnenschutz
Rollläden, Raffstores oder Markisen halten Hitze draußen, bevor sie durchs Glas kommt – innenliegende Vorhänge bringen nur einen Bruchteil. Für Dachfenster gibt es Außenrollos zum Nachrüsten. Kosten: 200 bis 1.000 Euro je Fenster.
Dach und Dachgeschoss dämmen
Dämmung hält nicht nur Wärme im Winter drinnen, sondern im Sommer draußen. Für ausgebaute Dachgeschosse oft der einzige Weg zu erträglichen Temperaturen. Förderung über die BEG-Programme der KfW und des BAFA möglich.
Helle Dach- und Fassadenflächen
Ein helles Dach heizt sich deutlich weniger auf als ein dunkles. Bei ohnehin anstehender Sanierung lohnt sich die Farbwahl.
Wohnung kühlen
Richtig lüften
Nachts und frühmorgens querlüften, tagsüber Fenster geschlossen und verdunkelt halten. Kostet nichts, wirkt spürbar.
Ventilatoren
Ein Ventilator kühlt die Luft nicht, aber den Körper – und verbraucht nur einen Bruchteil einer Klimaanlage. Stand- oder Turmventilatoren ab etwa 40 Euro sind für die meisten Räume ausreichend.
Mobile Klimageräte
Sie helfen, sind aber teuer im Betrieb und laut. Monoblock-Geräte mit Abluftschlauch durchs offene Fenster verlieren einen Teil ihrer Wirkung; Split-Geräte sind effizienter, brauchen aber Installation und in Mietwohnungen die Zustimmung des Vermieters.
Technik und Elektronik
Hitzegewitter bringen Überspannung. Ein Überspannungsschutz in der Steckdosenleiste schützt Router, Fernseher und Computer für wenig Geld. Für die gesamte Hausinstallation lässt ein Elektriker einen Grob- und Mittelschutz im Zählerschrank einbauen – bei Neubauten seit 2016 Pflicht.
Menschen schützen
Ältere Menschen, Kleinkinder und chronisch Kranke sind bei Hitze besonders gefährdet. Ausreichend trinken, Anstrengung meiden, kühle Räume aufsuchen. Der Deutsche Wetterdienst bietet einen kostenlosen Hitzewarn-Newsletter für jeden Landkreis; viele Kommunen veröffentlichen inzwischen Hitzeaktionspläne mit Listen kühler öffentlicher Orte.
Was das mit Versicherung zu tun hat
Materialschäden durch Hitze gelten als Verschleiß und sind nicht versichert – siehe Welche Versicherung zahlt bei Hitze. Wer vorbeugt, spart sich also nicht nur Ärger, sondern Kosten, die sonst niemand übernimmt. Und für die Schäden, die versicherbar sind, ist der Elementarbaustein die Grundlage.