Elementarschadenversicherung: Das sollten Sie wissen
Kein Baustein ist für hitzebedingte Schäden so wichtig wie der Elementarschutz. Trotzdem hat ihn fast jeder zweite Haushalt nicht.
Was ist die Elementarschadenversicherung?
Sie ist kein eigener Vertrag, sondern ein Zusatzbaustein zur Wohngebäude- oder Hausratversicherung. Ohne ihn sind nur die klassischen Gefahren versichert: Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Der Elementarbaustein erweitert den Schutz auf Naturgefahren, die mit dem Klimawandel häufiger werden.
Welche Gefahren sind versichert?
- Überschwemmung durch Flüsse, Seen oder Starkregen
- Starkregen, auch wenn kein Gewässer beteiligt ist
- Rückstau aus der Kanalisation
- Erdrutsch, Erdsenkung, Erdbeben
- Schneedruck und Lawinen
- Vulkanausbruch (in Deutschland praktisch bedeutungslos)
Nicht versichert sind Grundwasser, das von unten durch die Kellerwand drückt, und Sturmflut an der Küste.
Was kostet der Baustein?
Der Beitrag hängt von der ZÜRS-Gefährdungsklasse Ihres Standorts ab, einem Zonierungssystem der Versicherer. In Klasse 1 (sehr geringe Hochwassergefahr, rund 90 Prozent aller Adressen) kostet der Baustein für ein durchschnittliches Einfamilienhaus meist zwischen 100 und 300 Euro im Jahr. In Klasse 4 (hohe Gefährdung) kann er das Mehrfache kosten oder nur mit hohen Selbstbehalten angeboten werden. Für Hausrat liegt der Aufschlag typischerweise bei 30 bis 100 Euro jährlich.
Drei Punkte, auf die es im Kleingedruckten ankommt
Rückstausicherung
Viele Tarife setzen eine funktionierende Rückstausicherung voraus. Fehlt sie, kann die Leistung bei Rückstau gekürzt werden. Der Einbau kostet einige hundert Euro und rechnet sich fast immer.
Selbstbehalt
Üblich sind 500 bis 5.000 Euro je Schadenfall. Ein höherer Selbstbehalt senkt den Beitrag spürbar – sinnvoll, wenn Sie kleinere Schäden selbst tragen können.
Erdsenkung und Trockenheit
Wer in einem Gebiet mit Lehm- oder Tonböden wohnt, sollte gezielt fragen, ob trockenheitsbedingte Setzungen versichert sind. Standardtarife schließen sie meist aus. Einige Versicherer bieten inzwischen erweiterten Schutz an.
Wie finde ich den passenden Tarif?
Vergleichen Sie nicht nur den Beitrag, sondern die Bedingungen zu Rückstau, Selbstbehalt und Erdsenkung. Vergleichsportale zeigen diese Punkte inzwischen in der Detailansicht. Wer bereits eine Wohngebäudeversicherung hat, fragt zuerst beim eigenen Versicherer nach dem Baustein – oft ist das Nachrüsten unkompliziert und günstig.
Bei Ablehnung wegen hoher Gefährdungsklasse lohnt sich eine zweite Anfrage: Die Einstufung unterscheidet sich zwischen Anbietern, und einige versichern auch Risikolagen mit Auflagen.
Kommt eine Pflichtversicherung?
Nach den Flutkatastrophen der letzten Jahre wird eine Elementarschaden-Pflichtversicherung auf Bundesebene diskutiert. Ein Modell sieht vor, dass jede Wohngebäudeversicherung den Baustein automatisch enthält, mit Widerspruchsrecht. Bis dahin gilt: Wer den Schutz will, muss ihn selbst abschließen.